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Friedhelm Funkel

*1953
Bundesligaspieler und -Trainer

Friedhelm Funkel gilt als Aufstiegsexperte des deutschen Fußballs: Der ehemalige Bundesligaspieler mit über 300 Einsätzen in der höchsten Spielklasse führte als Trainer sieben Vereine in die Bundesliga. Er steht für Leidenschaft, Erfahrung und beständige Erfolge.

Kurzbiografie

  • Geboren 1953 in Neuss
  • ?-1973 Verein für Rasensport von 1906 e. V. (VfR) Neuss
  • 1973-1980 FC Bayer 05 Uerdingen
  • 1980-1983 1. FC Kaislerslautern
  • 1983-1990 FC Bayer 05 Uerdingen, Ende der aktiven Karriere
  • 1985 DFB-Pokalsieger
  • 1989-1990 VfR Neuss, Trainer Landesliga
  • 1990-1996 Bayer 05 Uerdingen (Aufstieg 1992, 1994)
  • 1996-2000 MSV Duisburg (Aufstieg 1996)
  • 2000-2001 Hansa Rostock
  • 2002-2003 1. FC Köln (Aufstieg 2003)
  • 2004-2009 Eintracht Frankfurt, (Aufstieg 2005)
  • 2009-2010 Hertha BSC
  • 2010-2011 VfL Bochum (Zweite Liga)
  • 2011-2012 Alemannia Aachen (Zweite Liga)
  • 2013-2014 TSV 1860 München (Zweite Liga)
  • 2016-2020 Fortuna Düsseldorf (Aufstieg 2018)
  • 2021 1. FC Köln
  • 2024 1. FC Kaiserslautern
  • 2025 1. FC Köln, Aufstieg (2025)

Friedhelm Funkel über …

… frühe Sozialisation im Sport

„Ja, ich möchte mich zunächst recht herzlich für die Einladung bedanken, der ich sehr gerne gefolgt bin. Und auf Ihre Frage: Fußball hat im Grunde schon am Tag meiner Geburt eine große Rolle gespielt, auch wenn ich damals noch nichts davon wusste. Meine Eltern haben mich am 10. Dezember 1953 beim VfR Neuss als Mitglied angemeldet. Ich bin übrigens bis heute Mitglied beim VfR Neuss geblieben, und mein Vater war damals Spieler in der ersten Mannschaft. Sie spielten in der dritten Liga, und ich bin also mit dem Fußball aufgewachsen.

Schon als ich laufen konnte, hatten wir immer einen kleinen Ball zu Hause. Wir wohnten in einer sehr kleinen Wohnung und wuchsen in bescheidenen Verhältnissen auf, aber so einen kleinen Ball gab es immer irgendwo in der Ecke. Ich habe sehr früh damit angefangen, gegen diesen weichen Ball zu treten, noch bevor ich richtig laufen konnte. Damals gab es noch keinen Kindergarten – ich bin jedenfalls nicht im Kindergarten gewesen, ich glaube, der war auch noch nicht üblich. Wir sind auf die Straße gegangen und haben dort Fußball gespielt. Nach der Einschulung mit sechs Jahren ging es auf dem Schulhof weiter. Es gab kaum andere Möglichkeiten, Sport zu treiben. Tennis oder Golf waren entweder noch nicht verbreitet oder viel zu teuer für uns.

Mit neun oder zehn Jahren bin ich dann in eine Fußballmannschaft beim VfL Neuss eingetreten und habe dort gespielt. Unser Leben bestand zu großen Teilen aus Fußball. Mein Vater spielte, und am Wochenende bin ich zu seinen Spielen gefahren, um zuzuschauen. Meine Mutter ist immer mitgegangen, und so hatte ich den Fußballvirus schon sehr früh in mir.

Wir wuchsen in Neuss auf, auf der Neusser Furth. Mein Bruder kam fünf Jahre später dazu. Nachdem wir unsere Schulaufgaben erledigt hatten, ging es nur noch raus auf die Bolzplätze – solche Plätze gibt es heute kaum noch. Dort traf man sich mit Nachbarn und Kindern aus der Schule, um Fußball zu spielen. Abends waren wir dann zweimal die Woche beim Training im Verein. So hat mich der Fußball bis heute begleitet.

Das ging dann durch alle Jugendmannschaften – von der C-Jugend über die B- und A-Jugend – und danach begann der Männerfußball. Mit 16 bis 18 Jahren bestand mein Leben, wie gesagt, sehr stark aus Fußball. Es war zu großen Teilen mein Lebensinhalt.“

… erste Fußballschuhe und Trainer

„Ja, da kann ich mich noch daran erinnern. Das war für uns natürlich auch nicht so leicht, weil meine Eltern alles für uns gemacht haben. Sie haben auf so viel verzichtet. Das hat mich bis zum heutigen Tag geprägt. Ich habe nie vergessen, wie schwer und wie gut meine Eltern für uns, eben auch fürs Fußballspielen, gesorgt haben. Fußballschuhe waren damals, angesichts dessen, was mein Vater verdient hat, schon teuer. Aber ich habe Fußballschuhe bekommen. Ich kann mich in der Tat nicht mehr daran erinnern, ob das Adidas oder Puma waren. Ich glaube, viele andere Marken gab es damals noch gar nicht. Diese Schuhe hat man natürlich auch gehegt und gepflegt. Wie? Ja, man wollte so lange wie möglich mit diesen Schuhen spielen. Nach dem Spiel, wenn sie schmutzig waren, von Schlamm, Matsch oder Asche, wurden sie noch unter der Dusche sauber gemacht, abgetrocknet, zu Hause eingerieben, eingefettet, mit Schuhcreme behandelt, wieder so, dass man am nächsten Wochenende oder beim Training spielen konnte. Also die Pflege der Schuhe war ganz, ganz wichtig, weil die Schuhe, so lange unsere Füße nicht zu schnell wuchsen, passen mussten. So lange haben wir mit den Schuhen gespielt. Wenn sie mal ein wenig kaputtgingen, hat man sie noch zusammengeklebt, damit sie wirklich fürs Training und fürs Spiel halten. Das sind Erinnerungen, die jetzt wieder zurückkommen – Erinnerungen, die einfach schön waren, und wie einfach man damals Fußball spielen konnte, wie leicht alles war mit den Jungs, den Kameraden, mit den Schulfreunden zusammen.

An meinen allerersten Trainer kann ich mich nicht mehr erinnern. Die Erinnerung kommt erst so richtig ab der B-Jugend, also mit 15, 16 Jahren. Das war Horst Höft, ein Pädagoge, früher selbst Spieler oder noch aktiver Spieler beim VfR Neuss. Er unterrichtete an der Schule Sport, Mathematik und Englisch und erklärte uns mit 15 auch Spielformen, brachte uns taktische Dinge bei, wo man positionsgebunden war. Vorher war alles noch ein bisschen wild durcheinander. Das sollte es auch, es sollte einfach Spaß machen. Man sollte eben auch weiter Fußball spielen und viel mit dem Ball arbeiten, intuitiv das Richtige tun.

Und dann ist es eben oft passiert, dass acht, neun, zehn, elf Spieler gleichzeitig zu einem Ball hingelaufen sind. Ab der Jugend hat sich das dann so gut wie nicht verändert, nur dass man dann bestimmte Aufgaben vom Trainer gestellt bekam. Von der Aufgabenstellung her, von den Positionen her. Da gab es elf Spieler, und jeder hatte eine klare Rolle: Verteidiger, Innenverteidiger, rechter Läufer, linker Läufer, Rechtsaußen, Linksaußen, Mittelstürmer, Halblinks, Halbrechts. Die Positionen waren klarer aufgeteilt. Von da an bekam Fußball noch einmal eine ganz andere Bedeutung, weil man als Spieler mehr mitdenken musste und gewisse Aufgaben im Spiel erfüllen musste. Und das hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert.“

… morgens Bayer AG nachmittags Bayer Uerdingen

„Ich war gerade 18, 19 Jahre alt und bin dann nach Uerdingen gegangen. Sie haben damals in der zweiten Liga gespielt, das war noch die Regionalliga West, also die Liga unter der Bundesliga. Wir haben nur einmal am Tag trainiert, nachmittags um 15 Uhr, und vormittags noch bei der Bayer AG gearbeitet. Die Bayer AG hat einen Teil unseres Gehalts übernommen, den anderen Teil der Verein. Dafür mussten wir morgens von 8 bis 12, manchmal bis 13 Uhr, im Bayerwerk arbeiten. Jeder hatte bestimmte Aufgaben im kaufmännischen Bereich. Ich war in der Buchhaltung und habe dort verschiedene Aufgaben übernommen, die ich dann erledigt habe.

Das war aber nur für ein Jahr, denn wir sind direkt in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Da wurden die Bedingungen professioneller: Wir haben zweimal am Tag trainiert und mussten nur noch montags von 8 bis 12 Uhr bei der Bayer AG sein. Und was haben wir gemacht? Kaum etwas. Wir haben mit den Angestellten, die teilweise mittlerweile gute Freunde geworden sind, drei Stunden lang nur über Fußball geredet – über das Spiel am Wochenende. Danach sind wir direkt in die Bundesliga aufgestiegen und haben gar nicht mehr gearbeitet. Montags hatten wir frei, und der normale Rhythmus ging los: dienstags zweimal trainieren, mittwochs und donnerstags zweimal, freitags einmal. Samstags war das Bundesligaspiel. Das war ein Rhythmus, den ich über Jahrzehnte beibehalten habe.

Mein erster Vertrag, ja, der Betrag war 400 DM brutto im Monat. Dazu kam über die Bayer AG noch 1.200 DM, und für die Unterschrift auf den Vertrag gab es 10.000 DM pro Jahr. Damals war das viel Geld für uns, vor allem, weil wir aus sehr bescheidenen Verhältnissen kamen. Mit 18 bin ich dann auch das erste Mal überhaupt in meinem Leben in Urlaub gefahren.“

… seine Rückkehr zu Bayer Uerdingen

„Zum einen habe ich mich 1982 relativ schwer verletzt. Das war meine einzige Verletzung in meiner gesamten Karriere. Ich hatte einen Achillessehnenriss und bin neun Monate ausgefallen, musste mich danach wieder rankämpfen. Dann kam ein neuer Trainer, Dietrich Weise, der vom DFB gekommen war. Er hat mir sehr offen, ehrlich und klar in der Vorbereitung gesagt: ‘Herr Funkel, ich weiß, dass Sie noch zwei Jahre Vertrag haben.’ Das war der einzige Trainer, der uns Spieler gesiezt hat. ‘Ich weiß, dass Sie noch zwei Jahre Vertrag haben, aber ich baue mehr auf junge Spieler. Wenn Sie die Möglichkeit haben, den Verein zu wechseln, würde ich Ihnen dazu raten.’

Das war natürlich erstmal ein Schlag ins Kontor, ins Gesicht. Aber ich hatte ja noch zwei Jahre Vertrag, brauchte keine Existenzängste zu haben und habe das einfach zur Kenntnis genommen. Bayer Uerdingen war in dem Moment gerade wieder in die erste Bundesliga aufgestiegen. Sie hatten nach dieser Information Interesse an mir, und ich habe kurz mit meiner Frau gesprochen und überlegt. Zu der Zeit war auch gerade meine älteste Tochter 1983 geboren, und ich habe dann gesagt: ‘Wir machen das, wir gehen zurück.’ Ich gehe nach Uerdingen zurück.

In Uerdingen habe ich dann gemerkt, dass man auch dort gutes Geld verdienen kann. Ich war kein Lehrling mehr, ich war ein gestandener Bundesligaspieler. Uerdingen hat mir auch eine berufliche Perspektive vorgeschlagen, wie ich nach meiner aktiven Karriere im Verein weiter tätig sein könnte. Das war für mich sehr wichtig. Gleichzeitig hatte ich ein Angebot von Fortuna Düsseldorf. Das war auch sehr reizvoll, sie waren sportlich länger in der Bundesliga, hatten Spitzenspieler wie Klaus Allofs, Thomas Allofs, Gerd Cebe und andere. Ich habe mich aber für den sichereren Schritt entschieden, weil ich auch nach meiner Karriere dort arbeiten wollte. Ich hatte nicht gedacht, dass ich noch sieben Jahre Bundesligaspieler sein würde.

Ich habe erst mit 37 aufgehört und hatte in dieser Zeit meine erfolgreichste Phase: Pokalsieg mit Bayer Uerdingen gegen Bayern München, Europapokalspiele. Wir wurden mit Uerdingen Dritter, Sechster, Siebter. Die Rückkehr nach Uerdingen war sehr wichtig und ist mir gut gelungen. Ich war ein absoluter Führungsspieler, über 30 Jahre alt, habe mit Matthias Hergert, meinem Bruder, der 1984 auch kam, Rudi Bommer, Werner Pollack, Franz Raschid und weiteren eine sehr erfolgreiche Zeit gehabt.

Ich war froh, dass ich mich für Uerdingen entschieden habe, denn der Verein hat mir den Weg geebnet – erst als Spieler seit 1973 und später, nachdem ich 1990 aufgehört habe, um Trainer werden zu können. Zwischen 1983 und 1990 musste ich mir überlegen, wann Schluss ist – vielleicht in zwei Jahren, vielleicht in drei oder vier. 1990 habe ich aufgehört, meine Fußballlehrerausbildung gemacht und bin relativ schnell in den Trainerjob eingestiegen. Die Jahre als Führungsspieler haben mir dabei sehr geholfen: Ich habe gelernt, vor Leuten aufzutreten, zu sprechen, nicht nur stillzusitzen und auf den Trainer zu hören, sondern selbst zu handeln und Verantwortung zu übernehmen. Als Mannschaftskapitän und Führungsspieler hat das meiner Persönlichkeitsentwicklung sehr gutgetan.“

… größte Erfolge und Misserfolge als Trainer

„Man kann das wirklich schwer sagen. Es waren viele gute, schöne Dinge dabei, die wir erreicht haben. Allein die Aufstiege, die sind mittlerweile ja… Wenn ich einen Kölner dazuzählen darf: Ich habe ja gesagt, dass Gerhard Struber einen viel größeren Anteil hatte als ich, weil ich nur zwei Spiele gemacht habe, aber er wird mir jetzt auch zugerechnet. Ich selbst bin sieben Mal aufgestiegen, und alle sieben Aufstiege waren wirklich sehr, sehr schön. Wir hatten einige Pokalfinals: Ich habe drei Pokalfinals in Berlin gespielt – mit dem MSV Duisburg, mit Eintracht Frankfurt und mit dem 1. FC Kaiserslautern. Das waren großartige Erlebnisse. Leider hatten wir jedes Mal im Finale den amtierenden Deutschen Meister als Gegner: zweimal Bayern München, einmal Bayer Leverkusen. Trotzdem haben wir nur knapp verloren, jeweils mit einem Tor Unterschied: zweimal 1:0, einmal 2:1. Das waren grandiose Erlebnisse.

Natürlich habe ich auch Mannschaften übernommen, bei denen wir die Ziele nicht erreicht haben. Hier möchte ich Hertha BSC Berlin erwähnen, wo ich nach meiner Frankfurter Zeit hingegangen bin. Nach Frankfurt wollte ich eigentlich erst einmal entspannen, ein bisschen Urlaub machen nach fünf Jahren. Aber im Oktober kam Hertha BSC auf mich zu, die Lucien Favre entlassen hatten. Der Verein hatte im Jahr davor eine gute Saison gespielt, jetzt aber stand man auf dem letzten Tabellenplatz. Ich bin dorthin gegangen und hatte eine sehr gute Mannschaft, aber ich habe es nicht geschafft, die Liga zu halten. Das war eine Enttäuschung.

Das Präsidium hat wie eine Eins hinter mir gestanden – ob das Michael Preetz als Manager war, Werner Gegenbauer als Vorstandsvorsitzender – sie haben nie an mir gezweifelt. Das fand ich unglaublich stark. Die mediale Welt war in den letzten Wochen in Berlin total gegen mich, und dennoch haben sie an mir festgehalten. Ich habe kein Heimspiel gewonnen, jedes Heimspiel verloren oder unentschieden gespielt. Auswärts haben wir vier- oder fünfmal gewonnen. Es war eine überragend gute Mannschaft, aber ich habe es nicht geschafft, und das tat weh, weil ich das Vertrauen nicht zurückzahlen konnte. In Köln bin ich nach einem Abstieg geblieben, in Berlin war das nicht möglich. Die Medien und die Fans wollten mich nicht mehr, aber die beiden Verantwortlichen sind offen auf mich zugekommen und haben gesagt: ‚Friedhelm, wenn du jetzt auf dem Markt wärst, würden wir dich holen, damit wir wieder aufsteigen.‘ Ich habe geantwortet: ‚Ihr braucht gar nicht weiter. Ich habe euch so viel zu verdanken, dass ich hier bleiben durfte. Das werde ich nie vergessen. Macht das jetzt mit einem neuen Trainer. Ich habe hundertprozentiges Verständnis dafür.‘ Es war eine schwierige, aber wichtige Entscheidung, und ich würde sie heute wieder genauso treffen, obwohl es enttäuschend war.

Die zweite Situation war Alemannia Aachen, wo ich nach meiner Beurlaubung in Bochum viel zu früh angefangen habe, nur zwei Tage später. Das würde ich heute nicht mehr machen, weil ich nicht genügend Kenntnisse über die Situation in Aachen hatte. Aber der damalige Manager und großartige Mensch Eric Meyer hat mich überredet. Er ist ein echter Motivationskünstler. Wir kannten uns gut, weil ich ihn 1992 als Spieler von Eindhoven nach Uerdingen geholt hatte. Er hat mich regelrecht bequatscht: ‚Friedhelm, komm, du kannst uns retten, du musst das machen.‘ Ich hatte doch gerade erst aufgehört. Na gut, ich habe es versucht. Es war die kürzeste Zeit, glaube ich: Ende September angefangen, am 1. April wieder freigestellt. Ich bin Eric Meyer überhaupt nicht böse, gar nicht, aber ich hätte das nicht noch einmal machen dürfen. Das waren so zwei Stationen, bei denen ich sage: Puh, das war nicht optimal. Berlin hätte ich machen dürfen, Aachen war zu früh und hätte ich besser sein lassen sollen.“

… sein Selbstverständnis als Pädagoge

„Die Menschlichkeit geht mir in der heutigen Zeit ein Stück weit verloren. Wenn ich eine Gruppe von 25, 28 oder 30 Spielern führe, dazu noch das Trainerteam und Betreuer, dann habe ich schnell 45 bis 50 Leute, die ich zu leiten habe. Und das geht nicht nur über Laptop oder Statistiken, sondern das geht über Menschlichkeit. Das geht über Gespräche, über echtes Interesse an den Spielern. Sie geben dir das zurück, wenn sie merken, dass du dich nicht nur für sie als Fußballer, sondern auch als Mensch interessierst. Ich sage meinen Spielern immer: Wenn ihr etwas habt, steht meine Tür offen – egal ob es sportliche Probleme sind, zwischenmenschliche oder private. Ob sie das nutzen, überlasse ich ihnen, aber ich merke, dass der eine oder andere kommt, besonders wenn man länger zusammenarbeitet und sich besser kennenlernt.

Die Menschlichkeit im Trainerberuf darf nie verloren gehen, genauso wenig wie in der normalen Welt. Das darf einfach nicht passieren. Und man muss jungen Spielern gewisse Dinge mitgeben, die heute vielleicht nicht mehr so selbstverständlich sind wie früher: Disziplin, Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und respektvoller Umgang miteinander. Das ist für mich unverhandelbar. Das erwarte ich von meinen Spielern und allen, die um mich herum arbeiten. Nur dann funktioniert ein vernünftiges Miteinander.

Ansonsten bin ich sehr offen. Ich finde nicht alles gut, was die jungen Leute heute machen, aber ich versuche, es zu akzeptieren und auch zu verstehen. Ich versuche, mich in sie hineinzuversetzen, denn wir haben früher auch Dinge gemacht, die nicht in Ordnung waren, bei denen die Älteren die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben. Deshalb sollte man nicht alles verurteilen, was die jungen Leute heute tun. Ob einer von oben bis unten tätowiert ist oder eine Musik hört, die mir nicht gefällt – das ist mir egal. Ich persönlich finde es nicht gut, aber ich akzeptiere es. Viele Dinge sind heute einfach so und sie sind auch nicht schlimm.

Aber das andere, was ich gesagt habe – Ordnung, Disziplin, Respekt – das gehört für mich dazu. Wenn ich in die Kabine komme und es sieht aus wie im Saustall, dann rufe ich die Spieler zusammen und sage: Muss das sein? Soll wirklich die Reinigungskraft alles für euch wegräumen? Es ist doch kein Problem, ein Trikot in den Waschkorb zu werfen und nicht daneben, damit es jemand anderes wieder reinlegen muss. Das ist für mich unverhandelbar. Und wenn du dann eine Woche später in die Kabine kommst und es sieht ordentlich aus, dann freut dich das. Dann siehst du auch, dass die jungen Leute etwas annehmen. Du musst dafür nicht mit Strafen drohen, sondern einfach an die Vernunft appellieren. Und wenn das mal nicht reicht, dann muss man eben auch ein bisschen härter durchgreifen.“

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