Skip to main content
Foto_Marewski

Rolf-Arnd Marewski

*1957
Langjähriger Mitarbeiter des Fan-Projekts Dortmund e. V.

Als Sozialarbeiter prägte die ehemalige Torwarthoffnung des BVB über drei Dekaden das Fan-Projekt Dortmund e. V. In seine Amtszeit fällt unter anderem die Mitgründung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) in Dortmund.

Kurzbiografie

  • Geboren 1957 in Dortmund
  • 1978-1980 Berufsausbildung zum KFZ-Elektriker
  • 1980-1985 Betätigung als Liegewagenbetreuer bei der Deutschen Schlafwagen- und Speisewagengesellschaft (DSG)
  • 1964-1974 Mitglied im Wambeler Spielverein 1920 e. V.
  • 1969-1975 Torwart beim Ballspielverein Borussia 09 e. V.
  • 1982-1986 Studium der Sozialen Arbeit. Universitätsabschluss: Diplom
  • 1987 Jugendamt Dortmund
  • 1988-2018 Fan-Projekt Dortmund e. V.
  • 1994 Goldener Hammer (der Arbeitsgemeinschaft SOS-Rassismus) für das Fan-Projekt Dortmund e. V. für die Überwindung von Gewalt und Rassismus
  • 2007 Verleihung der Ehrennadel der Stadt Dortmund durch den damaligen Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer
  • 2010 Gründung des Fußballvereins Borussia Commondale Football Club in Südafrika

Rolf-Arnd Marewski über …

… Vorortfußball und den BVB

„Ich bin in Dortmund in einem Vorort aufgewachsen, in Wambel um genauer zu sein. Dieser Vorort war geprägt von gutbürgerlichen Haushalten, Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälfte. Es gab viele Kriegsversehrte, die in Wambel gewohnt haben. Mein Vater war auch Kriegsversehrt, hatte nur einen Unterschenkel. Den haben sie ihm im Alter von 17 Jahren abgeschossen und er hat dann nachher noch mit uns Fußball gespielt. Wir wohnten nicht weit vom Fußballplatz entfernt. Und so bin ich jeden Tag ab dem Alter von fünf Jahren zu dem Fußballplatz des SV Wambel gegangen und habe dann die ersten zwei Jahre den Großen zugeguckt und bin danach mit sieben Jahren dort aktiv gespielt.
Wir hatten im Umfeld unseres Hauses eine große Bolzwiese, die umgeben war mit Brennnesseln, wo jeder seine Grenzen auch schon gesehen hat und wo wir auch Straßenspiele gemacht haben: Wir gegen die Nachbarstraße. Und dann hat der eine mal gewonnen, dann ein anderer. Alle waren sich dann manchmal auch nicht so wohlgesonnen. Aber hinter dem Haus gab es ein riesen Stoppelfeld und wir haben noch die Möglichkeit gehabt, um Mäuse zu jagen, Kartoffeln zu suchen und zu braten und uns da völlig auszutoben und haben auch auf der Straße vor unserem Haus Fußball gespielt. Fußball und Eishockey war damals en vogue. Das geschah alles ohne Autos, aber mit viel Improvisation. Und mit viel Spaß vor allen Dingen. Das war eigentlich eine sehr schöne Jugend.

Mein Vater hat damals bei den Stadtwerken gearbeitet und mit ihm Willi Burgsmüller. Der war ein verdienter Spieler von Borussia Dortmund. Und mein Vater schwärmte immer am Arbeitsplatz vom Wochenende, wie der Sohn beim SV Wambel als robuster Libero dann auch in der Knabenmannschaft einige Tore geköpft oder das eine oder andere auch verhindert hat. Irgendwann sagte er dann: ‚Bring ihn doch mal zu Borussia.‘
So bin ich dann mit zwölf Jahren bei Borussia Dortmund angefangen. Dieser Verein hatte schon einen hohen Stellenwert an sich. Borussia Dortmund war damals das Synonym für guten Fußball und erfolgreichen Fußball. Und das war für uns Jungs natürlich ein erstrebenswertes Ziel, da zu landen. Und ich bin aus unserem Vorort, glaube ich, der Einzige gewesen, der da gelandet ist.“

… seinen Anfang im Fanprojekt

„Im Sozialamt, wo ich eigentlich irgendwann meine eigene Berufung sah, war zu dem Zeitpunkt keine Stelle frei. Und dann stellte man mich direkt nach dem Studium als Springer in Jugendfreizeitstätten ein. Ich war früher immer ein Macher gewesen und habe dann die Damen, deren Leiter ich vertreten musste, wohl ziemlich verschreckt. Man sagte mir dann irgendwann auch nach, ich sei nicht teamfähig. Und das hat sich dann bis zur Abteilungsleiterspitze herumgesprochen. Und die baten mich dann nach meinem Probehalbjahr zum Gespräch und sagten, dass mit mir keiner so recht arbeiten wollte und sie mich deshalb entlassen mussten.
Ich war inzwischen verheiratet. Meine Frau war schwanger. War nicht ganz so toll. Das war Ende 1987.
Zum Glück hatte meine damalige Frau einen ganz guten Beruf. Sie war Buchhalterin. Und dann haben wir uns geeinigt: Bis ich wieder Arbeit finde, arbeitet sie als Buchhalterin weiter und ich versorge das Kind. Das habe ich dann auch bis August 1988 mehr recht als schlecht getan. Ich habe mir zwar immer riesen Mühe gegeben, aber ich habe erhebliche Probleme damit gehabt, das Schreien meines Kindes zu interpretieren oder zuzuordnen. Ich hatte da immer so eine Strichliste vor Augen: Hose voll, Hunger, Schmerzen, irgendwo Pflaster oder weiß der Himmel was. Und habe dann versucht, diese Strichliste abzuarbeiten. Habe ihn dann häufig sauber gemacht, obwohl da gar nichts sauber gemacht werden musste. Aber egal, war ja nicht schlimm.
Hab dann allerdings auch so Warnzeichen wie einen geschwollenen Arm und Pflaster, was nach einer Impfung da drauf kam, übersehen, was eindeutig gespannt und ihn ziemlich gestört hat. Und er hat dann auch geweint und ich war schon auf dem Weg in die Klinik, zum wiederholten Male, nachdem ich meine Frau angerufen hatte auf ihrer Arbeitsstelle.
Und dann sagte eine Nachbarin mir: ‚Guck doch mal, der Junge, der hat da oben ein Pflaster, das spannt.‘ Sie riss einmal dran, das Pflaster löste sich und der Kleine fing an zu lachen. Und da habe ich dann spätestens gemerkt: Das ist doch nicht so ganz für dich, diesen Hausmann zu spielen.

Zum Glück hat es dann im Juli geklappt, dass ich in der Zeitung las: Fanprojekt sucht Sozialarbeiter. Keiner wusste damals in Dortmund, was ein Fanprojekt war. Ich glaube, niemand in Nordrhein-Westfalen wusste, was ein Fanprojekt war. Ich auch nicht. Aber ich habe mir gedacht: Gut, probierst du es mal. Und dann bin ich zum Stadtsportbund gegangen und der damalige Leiter Klaus Henter hat mir dann mal erzählt, was dieser Verein sich eigentlich vorstellte unter Fanprojektarbeit. Dieser Verein Fanprojekt Dortmund e. V., der just am 03.09.1987 gegründet wurde. Das war mein Geburtstag. Das war mein 30. Geburtstag. Das war ein Zeichen. Und ich habe dann gesagt: ‚Wieso sucht ihr einen Sozialarbeiter? Ich bin doch da!‘
Borussia Dortmund hatte mir damals, als ich den Unfall hatte, noch einen Brief geschrieben, dass sie mir für die Zukunft alles Gute wünschten und mir attestiert haben, dass ich ein sehr vielversprechender Torwart war. Diesen Brief hatte ich immer aufbewahrt. Damit bin ich dann auch dahingegangen und habe ihn dann auch dem damaligen Chef auf den Schreibtisch gelegt. Und er sagte dann: ‚Ja, wenn das so ist, wenn du den Verein schon lange kennst, dann scheint es ja ganz in Ordnung zu sein. Dann können wir das ja mal probieren. Du kriegst jetzt auch ein Sportlehrer dabei und dann ist gut. Damit die sportliche Seite nicht zu kurz kommt.‘ Aber die kam bei mir schon nicht so kurz. Ich war wieder in dem Alter, nach all den Jahren wieder soweit genesen, dass ich auch wieder Fußball gespielt habe und den ein oder anderen Ball im Tor gehalten habe.“

… die Ursprünge der Fanprojekte

„1982 wurde das Bremer Fanprojekt gegründet, unter anderem auch mit einem Kollegen aus Dortmund, der von Dortmund nach Bremen ging. Es war auch ein Sozialarbeiter ‚Manni‘ Rutkowski, der da jahrelang gearbeitet hat. Und da hat man zum ersten Mal probiert, anders als mit der Polizei auf Fußballfans zu reagieren. Man hat versucht, pädagogisch auf sie einzuwirken oder auf Vertrauensbasis etwas mit ihnen zu machen. Und das ist ganz wichtig, dass man mit ihnen etwas machte und nicht gegen sie.

Bremen und Hamburg spielten als Vorbild eine große Rolle. Denn der Stadtsportbund Dortmund, das war der erste Träger des Fanprojekts in Dortmund. Der Stadtsportbund hatte damals einen Mitarbeiter zu einer Fantagung geschickt. Und hat ihn nach Hamburg oder nach Bremen geschickt, um sich erkundigen zu lassen.
Der Stadtsportbund Dortmund war der Gründungsvater dieses Vereins Fanprojekt Dortmund e. V. Wir sind damals als Angestellte des Stadtsportbundes auf ABM Basis angestellt worden. Mein damaliger Kollege, der Joachim Falk als Sportlehrer und ich als Sozialarbeiter haben dann das Glück gehabt, da noch Hertha Gerholt zu bekommen. Hertha Gerholt war eine resolute ältere Dame, die für die Buchhaltung zuständig war, die damals noch gar nicht so groß war. Und die hat immer vor allen Spielen die Hooligans aus dem Büro geschickt mit den Worten: ‚Aber fair bleiben heute!‘ Denn wir hatten ein Büro am Stadion und das war der Treffpunkt der Hooligans vorm Spiel. Das war schon mal ganz gut.

Heute sage ich: Ich konnte damals mein Arbeitsfeld selbst gestalten und auch die Maßnahmen meinem Vorstand gegenüber vertreten, die ich für richtig hielt, wenn ich sie denn begründen konnte. Ich hatte von meinem Vorstand damals jegliche Unterstützung nach außen. Ich hatte auch den konkreten Draht zu Borussia Dortmund, zu Walter Mastermanns, der auch Mitglied im Fanprojekt Dortmund e.V. war. Und zu Heinz Kippmann, kurioserweise mein damaliger Trainer, der mich wegen meiner Haare so oft geärgert hatte, der war auch Mitglied im Fanprojekt und e. V. Und die sahen das anfangs auch ganz gern, dass ich den Job auch ausübte. Ich hatte dann gemeinsam mit dem Sportlehrer, meinem damaligen Kollegen Joachim Falke, auch das Glück, noch eine Verwaltungskraft dazu zu bekommen. Und wir durften dann auf ABM Basis arbeiten. Das heißt also, das Arbeitsamt zahlte unsere Mittel, unsere Personalkosten und einem Etat von 50.000 Mark im Jahr. Damit konnten wir unsere Arbeit gestalten. Damals haben wir uns überlegt, dass wir mitfahren zu Auswärtsfahrten. Klar, dass wir bei Spielen immer präsent sind. Dass wir in der Woche für die Fans Ansprechpartner sind. Dass wir bei auftretenden Problemen für sie da sind. Dass die Fans ihre politischen Einstellungen hinterfragen, wenn sie denn rechtsgerichtet waren. Und so konnten wir dann eigentlich frei jeder Bürokratie arbeiten.“

… überregionale Arbeit und Anerkennung

„Der DFB hat recht schnell gemerkt, dass die Sozialarbeit sich in den verschiedensten Bundesländern ausbreitete, das heißt Sozialarbeit mit Fußballfans. Und dass sich einige Fanprojekte in verschiedenen Städten bildeten. Wir haben dann irgendwann gesagt, die Fans treffen gerade bei internationalen Begegnungen aus verschiedenen Städten zusammen. So ist es auch wichtig, dass Mitarbeiter der verschiedenen Städte an dem Spielort zugegen sind, um ihren Einfluss den Fans gegenüber geltend zu machen. Und das hat der DFB dann auch unterstützt.
Es wurden Konzepte geschrieben. Und der DFB hat das recht schnell erkannt, dass das wirklich wahr ist. Und 1990 war die erste Fanbetreuungsmaßnahme des DFB in Italien, wo wir mit sieben oder acht Kollegen in Italien waren.
Zeitlich begrenzt zwar, aber wir waren da und mussten zwischendurch mal wieder nach Hause fahren, weil das Geld fehlte. Aber wir waren da, wann immer wir gebraucht wurden. Das war ganz gut. Das war die erste internationale Fanbetreuungsmaßnahme.

Es ging alles damit los, dass ich in Dortmund immer eine ziemlich große Klappe hatte. Und das hat sich dann auch nach Düsseldorf rumgesprochen. Und ich dann auch Politiker kannte aus Dortmund schon, die dann auch in Düsseldorf tätig waren. Zum Beispiel Dr. Gerd Bollermann.
Dr. Gerd war auch an der Fachhochschule der Polizei für öffentliche Verwaltung und da habe ich ab und zu mal dann auch den Polizeibeamten so ein bisschen das Thema näher gebracht. Der hat das natürlich dann auch nach Düsseldorf getragen.

Ein Wendepunkt war dann 1993, der Besuch von Franz Müntefering im Fanprojekt Dortmund, der damals Arbeits- und Sozialminister in NRW war. Und der wollte dann unbedingt wissen, was die Borussenfront ist. Da habe ich gesagt: ‚Gut, kommen Sie mal vorbei.‘

Unser Verein ist ja 1988 gegründet worden. Erst zwei Jahre habe ich auf ABM gearbeitet, bis es dann 1990 zu einer festen Stelle wurde. Zu dem Zeitpunkt, da habe ich natürlich im Dortmunder Bereich ziemlich gerührt, habe versucht, viele Leute von diesem Thema oder zu sensibilisieren. Wir hatten Politiker in unserem Fanprojekt, den Dr. Gerd Bollermann zum Beispiel, wir hatten andere Spitzenpolitiker, wir hatten Leute von Borussia Dortmund, die natürlich auch das, was sie in Dortmund erlebten, an ihre Kollegen in anderen Städten weitergetragen haben.
So haben wir 1989 unter großem medialen Interesse die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte gegründet. Als ich anfing, gab es, glaube ich, sechs Fanprojekte. Die Bundesarbeitsgemeinschaft hatte 1989 schon neun oder zehn. Dann ging es so langsam weiter. Und auch der DFB hat gesehen, dass die Fanprojekte ernstzunehmende Partner sein müssen oder können und hat sie demnach auch gefordert und gefördert. Der Wendepunkt war eigentlich so 1993, als die Innenministerkonferenz damals unter Herbert Schnoor, das nationale Konzept Sport und Sicherheit auf den Weg brachte, welches in jeder Bundesligastadt ein Fanprojekt vorsah. Und inzwischen gibt es Fanprojekte bis in die dritte Liga. Die arbeiten alle jugendpolitisch und sozialpädagogisch mit Fans. Das ist eigentlich eine ganz schöne Entwicklung. Man ist so von einer repressiven Phase weggekommen, auf die pädagogische.

Ich denke schon, dass das Ruhrgebiet ein schöner Katalysator war, speziell Dortmund. Wir haben im Ruhrgebiet viele sozialpädagogische Einrichtungen gehabt, wie zum Beispiel in Bochum die Streetwork Abteilung der Stadt. Die hatten als einzige Stadt eine Streetwork Abteilung. Das hat man sich damals gar nicht so gar nicht so vorstellen können. Aber die sind auch mit ihrem Bauwagen an verschiedene Orte gefahren, die von irgendwelchen Jugendgruppierungen besetzt waren. Und die haben sich auch um Fußballfans gekümmert. Und daraus entstand dann irgendwann das Fanprojekt Bochum. Das dann von der AWO unterstützt wurde aber immer mit einem Mitarbeiter eine Abteilung der Stadt war. Und bei uns war das ja der eingetragene Verein, der auch seine politischen Arme überall hatte.“

… den Wandel von Hools zu Ultras

„Das war so um die Jahrtausendwende. Dann haben sich die Ultragruppierungen gegründet. Unter anderem hat auch einer aus der Chefetage von Borussia Dortmund, der ‚Janni‘ Gruszecki damals die Desperados gegründet, im Fanprojekt. Das weiß ich noch.
Da gründeten sich plötzlich neue Fanclubs, die sich Ultras nannten, die sich auch anders definierten als die alten Fanclubs. Die wollten irgendwas bewirken im Verein und wollten dem Fußball einen Sinn geben. So haben sich die die Ultras damals gegründet und das wurde von den Hools anfangs sehr kritisch beäugt. Aber irgendwann haben die dann gesagt: ‚Wir ziehen uns zurück und machen unsere eigene Hooligan-Gruppe weiter. Und lassen die Ultras Ultras sein. Nicht ernst zu nehmen, die verschwinden wieder.‘

Ja, das ist jetzt einige Jahre her. Das ist jetzt zwölf, 15 Jahre her, dass sie nicht verschwunden sind. Und die werden auch dableiben, denke ich. Also der Prozess für die Ultras war nicht schleichend, der war stetig.
Die Ultras haben Leute an sich gebunden. Haben aber gleichzeitig auch Auswahlkriterien geschaffen, was die Jungs eigentlich auszeichnen musste, um Ultra zu sein. Ultra war plötzlich so eine Art Berufsbezeichnung. Und das, was sie an Zeit da reingesetzt haben, ist wirklich bewundernswert.
Das ist ein Phänomen, diese Anprangerung der Kommerzialisierung. Das ist ein Phänomen der Ultras. Also die die Fußballfans, die Ultras haben ja irgendwann die Hools verdrängt.

Sie meinen, sie müssten mehr Sinn in dieses Spiel bringen. Und haben dann auch ihre Themen gesucht, die sie auch vehement verteidigten. Zum Beispiel die Kommerzialisierung des Fußballs. Es gab Arbeitsgruppen bei den Ultras. Die Ultras lehnen es bis heute ab, den Fußballplatz Signal Iduna Park zu nennen. Bis heute schreiben oder reden auch die ganz jungen Leute bei den Ultras vom Westfalenstadion. Die Ultras sind inzwischen die vorherrschende Kraft in der Fanszene. Die einerseits sehr, sehr kreativ sind, aber auch einige nahestehende Gruppierungen kennen, die radikaler geworden sind, als sie früher waren, auch unter dem Motto des Rechtsradikalismus. Es gibt ja regelrechte Käfigkämpfen, die ich persönlich noch nie gesehen habe. Und da treffen sich dann auch die Fans, die wirklich so aus der Hooligan Szene übriggeblieben sind und versuchen unter den Ultras eine politische Ebene aufzubauen.

Der Erfolg von Borussia Dortmund hat natürlich in erster Linie dafür gesorgt, dass im Stadion in Dortmund kaum noch ein Platz zu bekommen ist. Also das Signal Iduna Park ist immer ausgebucht.

Die Arbeit hat sich insofern für mich verändert. Weil diese Handlungsweise der Ultras, die waren feinfühliger und intelligenter als die der der Hooligans damals. Ich bin mehr so der Freund der klaren Ansprache gewesen. Die Ultras sind viel, viel schlauer geworden, also viel intelligenter, als die Hools damals waren. Und die vertreten auch viel vehementer ihre Meinung. Was den Fußballsport betrifft, wie gesagt, die traditionellen Werte oder die Kommerzialisierung. Oder den Ausverkauf des Fußballs. Wie es vor kurzem ja war. Das ist ja schön gewesen. Und auch für mich war es schön zu lesen, dass die DFL mit dem Plan gescheitert ist, Investoren reinzuholen. Und die sind daran gescheitert, dass die kleinen Vereine das gestoppt haben. Und ich bin mir sicher, ich bin sehr davon überzeugt, dass die Ultras der verschiedenen Städte sehr dazu beigetragen haben, dass diese Entscheidung so gefallen ist.“

Vom Überleben ins Arbeitsleben

Alltag und Akzeptanz der frühen Sozialarbeit

‘Ihr seid doch die Sozis!’

Müntefering an der Borussenfront


Hier finden Sie in Kürze das vollständige Interview im PDF-Format: