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Andreas Schäfer

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Andreas Schäfer

*1969
Vorstandsmitglied des Special Olympics NRW e. V.

Der ehemalige Handballspieler und Rechtsanwalt aus Essen engagiert sich seit der Gründungsphase in den frühen 2000er-Jahren im Vorstand der Special Olympics NRW.

Kurzbiografie

  • Geboren 1969 in Essen
  • 1981-2011 Essener Sportgemeinschaft 99/06
  • Essener Handball Stadtmeister in der B- und A-Jugend
  • Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg
  • Seit 2003 stellv. Vorsitzender (Präsident) der Special Olympics Nordrhein-Westfalen
  • Seit 2013 SuS Haarzopf 14 e. V.
  • Seit 2020 Jugendvorstand Handball SuS Haarzopf 1924 e. V.

Andreas Schäfer über …

  • … ehrenamtliche Arbeit im Sport

    „Meine Kinder haben angefangen Sport zu treiben und sind in den örtlichen Handballverein eingetreten. Und dann hat man irgendwann spitzbekommen, dass der gute Mann doch früher mal Handball gespielt hat. Und dann hat man mich vor vier Jahren gefragt, ob ich denn nicht eine Jugendmannschaft im Handball übernehmen könnte. Ich habe dann zugestimmt. Und dann, im nächsten Jahr kam schon eine andere Mannschaft dran. Und im Jahr darauf haben die mich dann gefragt, ob ich nicht auf Vorstandsebene im Jugendbereich des Vereins tätig werden könnte, um da die Jugendleitung zu übernehmen. Dem konnte ich mich nicht verwehren, auch wenn meine Frau da durchaus gefragt hat, ob da auch mal ein Ende wäre, was meine ehrenamtlichen Verpflichtungen angeht. Aber das macht einen enormen Spaß, tatsächlich dort tätig zu werden. Mittlerweile spielen alle meine drei Kinder dort Handball im Verein. Die jüngste Tochter in dem F-Jugendbereich, die älteste geht jetzt in die A-Jugend hoch, die ich dazu noch trainiere. Das ist so mein sportlicher Bereich, den ich da immer noch abdecke.
    Ansonsten ist das nicht auf höchstem Sportlevel gewesen. Das Höchste, was ich selber mal gespielt habe, war in der Landesliga. Die war damals im Handballbereich noch ein bisschen höher bewertet als heute. Da gibt es ja immer weniger Mannschaften, aber das war eine schöne, interessante Zeit. Und von daher will ich das alles nicht missen, was man da erlebt hat. Und jetzt kann man das den Vereinen zurückgeben.
    Das Ehrenamt ist sehr mühsam, auch Eltern zu gewinnen oder andere Mitstreiter zu gewinnen. Es ist wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Es finden sich einige wenige, die müssen dann umso mehr erledigen. Aber ich versuche da immer in gewisser Weise einen guten Zuspruch für die zu finden, die vielleicht auch in Betracht kommen. Und das ist eine ganz schöne Sache. Im beruflichen Bereich bin ich vollkommen eingespannt. Es ist schon recht schwierig, das auch noch zu machen. Aber man findet immer für irgendwas Zeit, das ist mein Motto an der Stelle.“

  • … seinen Weg zu den Special Olympics Nordrhein-Westfalen

    „Am Ende des Tages kam ich eigentlich durch einen Zufall, beziehungsweise durch meinen Beruf zu den Special Olympics. Vorher bin ich schon sehr viel im Sportbereich unterwegs gewesen, jetzt weniger auf Vorstandsebene, auf Funktionärsebene oder ehrenamtlicher Ebene, sondern eben auch aktiv, beziehungsweise habe aktiv zugeschaut. Und im Jahr 2003 arbeitete ich in einer Anwaltskanzlei und einer meiner Kollegen wurde gebeten, als Notar eine Vereinssatzung zu erstellen oder an der Entwicklung einer Vereinssatzung mitzuwirken. Und das war die Vereinssatzung für Special Olympics Nordrhein-Westfalen. Er hat dann dort seine Arbeit erstellt. Er wurde dann von der Person, die sich damals um die Gründung von Special Olympics Nordrhein-Westfalen gekümmert hat, gefragt, ob er denn nicht Interesse hätte, ein Posten im Vorstand zu übernehmen. Der war damals Mitte bis Ende 50. Da hat er gesagt: ‚Ne, lass mal, dafür bin ich zu alt. Ich frag mal einen jüngeren Kollegen.‘ Und da wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte.
    Ich hatte mich gerade eines ehrenamtlichen Jobs im sozialen Bereich entledigt. Beziehungsweise ich wurde nicht mehr gebraucht. Es wurde dann eine andere Person in den Vorstand gewählt. Und dann habe ich mir das angehört, habe gedacht, das ist ein ganz neuer Blickwinkel. So etwas hat man so noch nicht gemacht. Das war jetzt eine andere Perspektive mit behinderten Menschen zusammenzuarbeiten, zu denen ich letztlich vorher keinen Kontakt hatte, weder zu körperlich Behinderten noch zu geistig behinderten Menschen, muss ich offen sagen. Und dann kam es zur Vereinsgründung und ich habe mich dann letztlich bereit erklärt, ein Vorstandsamt des stellvertretenden Vorsitzenden damals zu übernehmen. Auch ohne wirklich tatsächlich großartig viel zu wissen. Ich hatte aus einigen Gesprächen und aus den wenigen Veranstaltungen, die es damals gab, schon leichte Kenntnisse, was der Verein machte und was die Aufgaben waren. Wo es dann letztlich hinführen sollte, war auch in groben Zügen dargelegt. Aber so war das schon an der Stelle erst einmal komplettes Neuland, muss man ganz offen sagen.“

  • … die erste Satzung der Special Olympics Nordrhein-Westfalen

    „Die Eintragung ins Vereinsregister hat dann noch ein bisschen länger gedauert, bis Mitte Juni, weil die Satzung nämlich vom Vereinsregister moniert wurde, weil nicht geregelt war, wie man wieder als Vereinsmitglied austreten kann. Aber das war dann der Beginn an der Stelle. Und dann muss man jetzt auch mal offen sagen, es gibt sogenannte „General Rules“ von Special Olympics von den Ursprüngen, also SOI. Das ist ein so dickes Werk mit allen Regeln, wer, wie, wo und was auf Vorstandsebene, bis runter in den gesamten Sportbereich, zu laufen hat. Anerkennungswettbewerbe, Familienwettbewerbe, das ist alles bis ins kleinste Detail geregelt.
    Und es war eigentlich so gewünscht, dass auch diese Hierarchie so bleibt. Man wollte jetzt erst mal, so ist das kommuniziert worden, wenn jetzt hier in Deutschland gegründet wird auch in die Landesverbände hinein, dass der Deckel auf dem Topf in Deutschland beziehungsweise noch darüber liegen sollte. Und so war die erste Satzung auch tatsächlich gestaltet. Da war vorgesehen, dass Mitglieder von Special Olympics Nordrhein-Westfalen nur Menschen werden konnten, die Mitglieder bei Special Olympics Deutschland waren. Es gab auch die Werkstätten, es gab Schulen, die eben Mitglieder waren. Es gab Verbände wie die Lebenshilfe, die waren Mitglied oder sind Mitglied bei Special Olympics Deutschland und wir als Privatpersonen haben dann gesagt: ‚Ich möchte natürlich auch Mitglied im Verein werden, wo ich im Vorstand bin.‘ Also wurde ich Mitglied bei den Special Olympics Deutschland. Darüber wurde ich dann wiederum Mitglied bei den Special Olympics Nordrhein-Westfalen. So war die erste Satzung tatsächlich ausgestattet.
    Wir haben irgendwann die Satzung geändert und es gab dann in Frankfurt Jahre später eine Satzungskommission. Und da ging es dann um die Thematik, das tatsächlich komplett abzuändern. Und da habe ich nur gesagt, dass das System so ja überhaupt nicht in das deutsche Vereinswesen, in den deutschen Sport passen würde, wo tatsächlich jetzt das normale Mitglied das Stimmrecht auf der Mitgliederversammlung hat. Das Mitglied entscheidet am Ende des Tages und von dort unten wird nach oben aufgebaut und die einzelnen Gremien und Verbände weiter hoch, bis dann eben in den DOSB. Und dann haben wir tatsächlich die Satzung entsprechend komplett umgestellt und anders gestaltet. Inwieweit das abgestimmt war mit SOI entzieht sich meiner Kenntnisse, aber auf diese Ebene bin ich nicht aufgestiegen. Wir haben dann letztlich das System so aufgebaut, wie es für Deutschland auch nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch richtig ist.“

  • … die Intention der Special Olympics

    „Satzungsgemäß muss man ja einen Zweck nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch vorgeben. Im Grunde genommen war der Satzungszweck ja vor vorgegeben durch SOI aus Amerika. Beziehungsweise das ist ja auch die Intention des Ganzen, man will geistig behinderten Menschen die Möglichkeit geben, ganzjährig Sport zu betreiben, egal in welcher Altersgruppe, in Bewegung zu bleiben und in Kontakt zu bleiben. Das ist also letztlich die Förderung, die man hier erzielen wollte. Was man jetzt eben in jedem Verband hat, sei es beim Fußball, im Handball, dort jungen Menschen oder auch erwachsenen Menschen die Möglichkeit einzuräumen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und an Sportveranstaltungen aktiv teilzunehmen. Diese Möglichkeit ist ja gerade geistig behinderten Menschen, insbesondere noch zu der Zeit nur in sehr geringem Maße ermöglicht worden. Da sind wir heute weitaus mehr vorangeschritten, aber es gibt heute immer noch schwierige Fälle.
    Aber wenn man damals wahrscheinlich eine Erhebung gemacht hätte, in wie vielen Vereinen körperlich behinderte Menschen mitspielen, hätte man wahrscheinlich nur wenige gefunden.
    Und wenn man dann berücksichtigt, in wie vielen Vereinen geistig behinderte Menschen mitgespielt haben, dann hätte man nach zehn Fingern aufgehört. Ich vermute es fast mal, ohne es tatsächlich zu wissen. Also zur damaligen Zeit war das in Nordrhein-Westfalen sehr reduziert. Ein Tennisverein in Neuss, der hatte sich das auf die Fahne geschrieben und das auch sehr propagiert. Der Basketball Verein aus Hagen, der hatte das auch entsprechend propagiert. Es gab in Paderborn einige Bewegungen, da gab es einen Verein. Natürlich gab es das auch in anderen Städten, an anderen Stellen, natürlich in den Werkstätten und bei der Lebenshilfe. Natürlich gab es da derartige Tätigkeiten. Tagtäglich arbeiten die mit den geistig behinderten Menschen zusammen. Aber diese organisierte Form des Sporttreibens, insbesondere das auf eine Verbandsebene zu heben, das gab es nicht und das war ja das Ziel dabei. Eigentlich haben wir einen Verband dazu. Damals gab es den Verband an der Stelle, einmal den DBS auf Bundesebene beziehungsweise den Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen. Da wurde ja gar nicht differenziert an der Stelle, also zumindest im Vereins- und Verbandsnamen, zwischen körperlich oder geistig Behinderten. Die sahen sich also auch oder sehen sich auch als Vertreter dieser Personengruppe. Mein Erfahrungssatz ist aber damals gewesen, das tatsächlich der Großteil der Arbeit dort in die körperlich Behinderten gesteckt wurde. Klar, weil es dort sicherlich für Menschen mit einer körperlichen Behinderung in Anführungsstrichen einfacher ist, Sport zu treiben als für geistig Behinderte, je nach Behinderungsgrad und weil das eben auch sehr viel aufwendiger ist. Aber das waren die Ziele, die man sich da gesetzt hatte. Und was dort jetzt im Ursprung stattgefunden hat, in den ersten zwei Jahren, das war im Grunde genommen nicht viel anders als das, was vorher auf deutscher Ebene tatsächlich schon gemacht worden ist. Man hat auch die Strukturen erst einmal übernommen. Sonst hätten wir ja von null anfangen müssen. Aber man ist letztlich natürlich an die Werkstätten herangegangen und an die Schulen. Das sind die Örtlichkeiten, wo man Kontakte knüpft und über diese Örtlichkeit auch wiederum natürlich an die Eltern. Aber machen wir uns nichts vor, wir selber konnte ja keinen Sport anbieten. Beziehungsweise es gab wenige Sportkoordinatoren im Fußball, im Judo, im Basketball, im Tennis, also im Grunde genommen Trainer, die selber natürlich auch nur deshalb Sportkoordinatoren bei uns im Verband wurden, weil die dort selber in einer Einrichtung, in einem Sportverein tätig wurden und dort das Angebot für die geistig behinderten Sportler hatten und wir die letztlich noch weiter involvieren wollten. Aber das sind die Schritte gewesen. Und das ist wirklich also ein mühsamer Schritt gewesen, hier im Einzelnen dann tatsächlich Strukturen aufzubrechen. Denn natürlich haben die Werkstätten oder auch die Schulen gesagt: ‚Wofür brauchen wir euch denn tatsächlich als Verband? Wir haben doch einen Sportbetrieb für unsere Personen, die jetzt dort in der Einrichtung leben, die Werkstätten besuchen. Das ist doch da vorhanden? Warum brauche ich einen Verband an der Stelle?‘ Wenn wir das jetzt runterbrechen wollten, kann jede Sportvereinigung, jeder Fußballverein sagen: ‚Wofür brauche ich den Deutschen Fußball-Bund oder den Westdeutschen Fußballverband?‘ Die Frage stellt sich immer. Das ist natürlich dann auch mehr Arbeit gewesen, Überzeugungsarbeit, die heute immer noch besteht.“

  • … personelle Strukturen des Vorstandes der Special Olympics Deutschland

    „Bei SO Deutschland hat man die Strukturen komplett über die Jahre geändert, was die führenden Köpfe angeht. Man ist tatsächlich hingegangen und hat versucht, Menschen aus Politik und Wirtschaft zu finden, die über entsprechendes Know-how, die über entsprechende Kontakte verfügen und die auch Willens und in der Lage sind, die Interessen des Verbandes weiter nach vorne zu bringen. Ja, das fing an mit Gernot Mittler, der Minister in Rheinland-Pfalz war und das hat sich in der Struktur dann immer weiter fortgesetzt. Damals war SO Deutschland noch in Würzburg beheimatet und ist dann nachher nach Berlin gewechselt. Heutzutage ist oder war die Mehrheit in irgendeiner Weise Mitglied im Deutschen Bundestag. Dort hat man auch viel Struktur geschaffen, über alle Fraktionen hinweg auf politischen Ebenen und ist dort schon enorm gut aufgestellt, was das angeht und was Verbindungen zu Ministerien angeht. Und natürlich sind auf der Ebene die Kontakte zum DOSB vorangetrieben worden. Und das war dann am Ende des Tages das Zugpferd, damit es dann auf Landesebene weiter gegangen ist.“

N’estate Esseniana – Erinnerungen an die Fußball WM 1990

Strukturelle Anfänge der Special Olympics NRW

Ausrichtung von ‘Landesspielen’ als vorrangiger Organisationszweck

Die Aufnahme der Special Olympics NRW in den LSB


Hier finden Sie in Kürze das vollständige Interview im PDF-Format:

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Max Deubel

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Max Deubel

*1935
Vierfacher Weltmeister und „Road Racing Legend” des Motorradweltverbandes

Mit seinem Beifahrer Emil Hörner wurde Max Deubel von 1961 bis 1964 jeweils Weltmeister im Motorrad-Gespannfahren. Auch beim berühmt-berüchtigten Straßenrennen auf der Isle of Man brauste das behelmte Erfolgs-Duo aus Oberberg dreimal zum Gewinn der Tourist Trophy.

Kurzbiografie

  • Geboren 1935 in Bieberstein (Wiehl)
  • Arbeit bei B.P.W. Wiehl
  • 1958 Bundesdeutscher Juniorenmeister im Motorrad-Gespannfahren
  • 1961-1964 Weltmeister im Motorrad-Gespannfahren
  • 1961-1965 Deutscher Meister
  • 1962 Eröffnung des Hotels Deubel
  • 1962 Silbernes Lorbeerblatt
  • 1965 Veröffentlichung des Buches „Sieg und Niederlage“
  • Ab 1968 ADAC Referent – U.a. Rennleiter auf dem Nürburgring
  • 1974 zu Ehren Deubels widmet die Isle of Man ihm eine Postkarte
  • 1985-2015 Motorrad Weltverband Fédération Internationale de Motocyclisme (FIM)
  • 2014 Aufnahme in die Liste der „Road Racing Legends“ durch die FIM

Max Deubel über …

  • … Sport in der Jugend und erste Rennerfahrung

    „Ich habe natürlich als Kind, wie alle Kinder Fußball gespielt. Fußball ist nun mal der Sport Nummer eins auf der ganzen Welt. An Motorsport oder an einen Motor kam man zu der Zeit gar nicht dran. Das entwickelte sich erst in späteren Jahren, als ich 17- oder 18 Jahre alt war. Da durfte man früher 100ccm Kleinkrafträder mitfahren. Damit war ich natürlich unterwegs, so lange wie der Vater es erlaubte und wie Benzin im Tank war. Das war eine verrückte Zeit.
    Aber dann kam die Idee, Rennen zu fahren. Die festigte sich eigentlich erst später durch einen Freund und Arbeitskollegen. Wir fuhren gemeinsam zu Rennen und auf einer Veranstaltung im Sauerland am Schottenring haben wir die Rennen beobachtet und sahen, dass da zwei Frauen mitfuhren. Wir haben dann gedacht: So schwer kann das nicht sein. Es hat toll ausgesehen. Es war mehr die Neugier auf die Sache, als wie es Drang war. Und dann haben wir uns etwas gemeinsam gekauft. Damals haben wir da 1200 Mark für bezahlen müssen. So etwas vergisst man nie. Und da haben wir auch unsere ersten Versuche mit gemacht.
    Es stellte sich aber schon ganz schnell raus, dass wir mit dem Motor, den wir gekauft hatten, gar nicht mehr Rennen fahren durften, weil der zu viele Kubik hatte. Und ab Mitte der 50er-Jahre gab es für Gespanne nur Rennen bis 500ccm. Vor dem Krieg waren Rennen mit Motorrädern bis 1200ccm zugelassen. Da fing das Problem an. Was danach kam, kostete immer mehr Geld. Je besser das Material war, desto tiefer mussten wir in die Tasche greifen.

    Bei meinen Eltern hatte ich sehr großes Glück, die hatten nichts dafür und nichts dagegen, dass ich zu Rennen rausgefahren bin. Das war früher genauso ein Risiko wie heute, vielleicht noch ein größeres, weil die Absicherung, die die Fahrer heute haben, da träumte man früher von. Es passierten schlimme Unfälle früher. Da ging man entspannter von zu Hause weg, als wenn die Eltern versucht hätten, einen davon abzuhalten. Beim ersten Rennen, was ich gefahren bin, da musste mein Vater noch unterschreiben. Das war früher so. Bis man 21 Jahre alt war, musste man sich noch von einem Elternteil die Genehmigung einholen.“

  • … die nötigen Eigenschaften und Mittel zum Sieg

    „Um ein guter Fahrer oder Weltmeister zu sein, brauchte man folgendes: Gutes Material, Können und Glück. Diese drei Dinge müssen zusammenkommen, sonst kann es nicht funktionieren.
    Man darf sich selbst nicht überschätzen. Man muss ja automatisch im Grenzbereich fahren, sonst kann man nicht gewinnen. Und wer sich viel Mühe gegeben hat, die Strecke kennenzulernen, der war ein bisschen im Vorteil. Da gab es auch Loser, die interessierte das weniger. Die waren Beiprogramm und hatten so was nicht im Kopf. Die dachten: Gewinnen kann ich eh nicht. Ob ich siebter oder elfter werde, das spielt keine Rolle. Die machten sich einfach nicht die Mühe. Wenn ich auf einer Rennstrecke beispielsweise eine Stelle hatte, wo ich mich nicht wohlgefühlt habe, bin ich anschließend zu Fuß hingegangen und habe mir das dann angesehen. Und irgendwo hat man im Kurvenradius dann etwas gefunden, wo man dann dachte: Das kann ich vielleicht so probieren, das geht vielleicht besser.“  

  • … Unfälle als Rennfahrer

    „Eine der schlechtesten Erfahrungen auf der Isle of Man war natürlich dieser Unfall, wo ich im Nachhinein sagen konnte: „Wir waren zu schnell für die Kurve. Ich habe mich versehen.“ Ich habe da von oben wohl eine Kurve gesehen und einen Dreckwall, über den man gucken konnte. Aber ich habe mich verschätzt.
    Das war eigentlich bei jedem Unfall sehr wichtig, dass ich wusste, warum ich runtergefallen bin. Mit dem Unfall hatte ich Gott sei Dank, wenig Pech. Ich hatte Fleischverletzungen und solche Sachen, aber ich war immer in der Lage, eine Woche später wieder zu fahren. Mein schnellster Unfall war auf der Avus 1965, wo ich fast mit Vollgas bei knapp 200 km/h abgestiegen bin. Und in Anführungszeichen „nur“ Fleischverletzungen hatte. Da hatte es vor uns einen schlimmeren Unfall gegeben. Deshalb bin ich in einer Wassergicht aufgefahren und habe dann den Vordermann berührt, wo ich nicht im Bilde war, dass der am bremsen war. Bremslicht gab es früher nicht. Das wäre Ballast gewesen. Aber vor uns war ein schlimmer Unfall, wo einer dann den Unterschenkel verloren hat und bei mir waren es nur Schürfwunden.
    Das hört sich jetzt verrückt an, aber ich habe von jedem Unfall eigentlich nur profitiert. Ich bin nachweislich nach jedem Unfall engagierter, aufmerksamer und besser gefahren als vorher. Danach war einfach mehr Spannung drinnen und man fuhr viel aufmerksamer.“

  • … sein Verhältnis zu BMW und seinem Monteur

    „Ich bin immer mein eigener Chef gewesen. Das heißt, das Material bis auf den Motor, mit dem ich gefahren bin, war mein Eigentum. Das heißt, ich bin ein werksbetreuter Fahrer gewesen. Zum ersten Grand Prix an der Isle of Man, wo ich Werksbetreuung bekam, musste ich vom Rheinland nach München fahren, den Monteur, die Ersatzteile plus Motor et cetera einladen, dann auf die Isle of Man. Und genauso musste ich den Monteur wieder nach Hause bringen – das war Werksbetreuung. Die gaben dem jungen Mann nicht mal ein Auto, um wieder ins Rheinland zu kommen.
    Aber danach ging es schon besser. Da gab es dann in der Zeit den 700er BMW. Das waren kleine Autos, es reichte aber. Es wurde dem Monteur dann zur Verfügung gestellt und er hatte so schon ziemlich freie Hand. Er hat uns viele Jahre gut betreut, er war mein Lieblingsbayer.“

  • … sein Buch „Sieg und Niederlage“

    „Jemand der ein Buch schreibt, der will es spannend machen, damit sich die Leser reinknien und nicht mehr aufhören zu lesen, bis sie fertig sind. Das sind die besten Bücher. Das Buch „Sieg und Niederlage“ wurde von einem Journalisten geschrieben. Dann haben wir es lesen lassen vom Vorsitzenden des MSC, von unserem Klub. Dann haben sie gesagt: ‚Nein, das ist sehr trocken, das mag keiner lesen.‘ Das war vom Journalismus her ganz toll. Da waren viele wissenswerte und interessante Sachen. Nur ist da keine Spannung drin.
    Dann haben sie wen anderes herbeigeholt, ich habe mich fast nicht darum gekümmert. Und dieser gute Mann, der hat keine zwei Tage mit mir gesprochen, wir haben uns unterhalten beim Spazierengehen. Und dann hat er ein Buch geschrieben. Das halbe Buch hatte er geschrieben, da hatte er noch kein Rennen gesehen. Aber er konnte sich in die Rennen vertiefen, so etwas konnte nicht mal ich. Das war natürlich für den absoluten Experten etwas überzogen. Aber für den Leser war das gut. Das Buch kann man heute noch mit viel Glück im Internet kaufen, aber nicht unter 100 Euro.“

  • … Trainingsgelegenheiten auf der Landstraße

    „Das Training war vielleicht für uns früher noch nicht so gravierend. Wenn wir etwas ausprobieren mussten, dann haben wir das auf der Landstraße gemacht. Den Verkehr wie heute, den gab es ja gar nicht. Ich bin so lange Zeit bei uns vor dem Haus auf der Landstraße rauf- und runter gefahren – bis mich eines Tages die Polizei bremste. Da sagten die: ‚So, jetzt ist aber gut. Da müssen wir aber mal ein Protokoll machen.‘ Das war schade, denn wenn man einen neuen Motor eingebaut hatte und nach England oder Spanien fuhr, dann wusste man nicht, ob der überhaupt einen Ton von sich gibt. So war das damals. BMW hat die Motoren nicht auf den Prüfstand gestellt, wenn sie die überholt haben. Die wurden fertiggemacht und alles war in Ordnung. Die wussten nicht, ob die laufen. Das kann man sich heute nicht vorstellen.
    Früher gab es ja keinen Verkehr. Wo heute 30 Autos kommen, da kam früher vielleicht eins, vielleicht. Da gibt eine schöne Geschichte: Ein Dorf weiter gab es einen Krankenwagenfahrer. Wenn da etwas los war in dieser Region, dann fuhr er in das nächste Krankenhaus um zu helfen. Und in diesem Krankenhaus fing ein neuer Arzt an. Das Krankenhaus war nicht weit von mir, vielleicht zwei Kilometer und da wohnte der. Er ist neu dahingezogen. Und eines Morgens, da hatte er diesen Krankenwagenfahrer angesprochen. Er hat gesagt: ‚Herr Sommer, da unten bei Ihnen, da ist mir etwas passiert, ich werde nicht schlau daraus. Da hörte ich etwas, dann sah ich etwas und dann war es weg. Fazit: Das waren wir mit der Rennmaschine.“

BMW Weltmeistermotorrad 1959

Training auf der Landstraße

Funktion des Beifahrers

Die Strecke der Isle of Man TT

Verewigung auf einer Briefmarke der Isle of Man 1974


Hier finden Sie in Kürze das vollständige Interview im PDF-Format:

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Hans-Peter Schmitz

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Hans-Peter Schmitz

*1940
Erster Integrationsbeauftragter des LSB-NRW

Ab den späten 1960er-Jahren bekleidete Schmitz diverse Ämter als Funktionär im nordrhein-westfälischen Sport. Früh kristallisierte sich für ihn ein besonderes Interesse rund um gesellschaftspolitische Fragen im Sport heraus.

Kurzbiografie

  • Geboren 1940 in Aachen
  • Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien Mathematik und Physik
  • 1979-2001 Vorstandsmitglied der Sportjugend Nordrhein-Westfalen
  • 1990-1999 Umweltbeauftragter der Sportjugend Nordrhein-Westfalen
  • 1985-1997 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sport-, Jugend- und Gesellschaftspolitik in der Sportjugend Nordrhein-Westfalen
  • 1985-2011 Mitglied in diversen Ausschüssen des LSB-NRW
  • 1986-2015 Kreisvorsitzender Rhein-Lippe im Leichtathletik-Verband Nordrhein e. V. (LVN)
  • 2002- 2016 Mitglied in verschiedenen Ausschüssen des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband e. V. (WFLV)
  • 1995 Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1997-2012 Integrationsbeauftragter des LSB-NRW
  • 2001-2008 Kooptiertes Mitglied der Sportjugend Nordrhein-Westfalen
  • 2005-2008 Präsidiumsmitglied des LSB-NRW
  • 2014 Ehrenmitgliedschaft des LSB-NRW
  • Seit 2017 Good-Governance-Beauftragter des LVN-Präsidiums

Hans-Peter Schmitz über …

  • … erste Hürden als Lehrer in Dinslaken

    „Als ich dann in Aachen am Ende meiner Referendarausbildung den Schrieb mit der Versetzung bekam – Mädchengymnasium des Kreises Dinslaken, den gab es damals noch, da habe ich erst mal meinen Kollegen, der Erdkunde hatte, gefragt: ‚Guck doch mal nach, wo ist das überhaupt?‘  Ich wusste also gar nicht, wo das war, muss ich gestehen. Ich war dann außerdem sehr sauer darüber. Wir konnten also vorher einen Fragebogen ausfüllen, wo wir gerne hinwollten und was wir gerne machen wollten. Und ich hatte also wegen meiner, Fächer ein Mädchengymnasium ausgeschlossen und kam nun zu einem Mädchengymnasium. Ich war also erst mal sehr, sehr sauer. Und dann habe ich versucht, mit diesem Mädchengymnasium Kontakt aufzunehmen, das ist mir in den Sommerferien nicht gelungen. Vor den Sommerferien haben wir die Versetzung gekriegt. Es ist irgendwie witzig und dann stellte sich nachher heraus, es gab ja damals diese Stallwache, die an zwei Tagen in der Woche sein musste. Und diese Stallwache machte ein Mitstudent, der also ein bisschen früher fertig geworden ist, in Wesel wohnte und an diesem Mädchengymnasium war. Der machte diese Stallwache. Er war aber nicht zu erreichen, weil der Hausmeister vergessen hatte, das Telefon umzustellen. Der Hausmeister war im Urlaub, alle Gespräche liefen beim Hausmeister auf, der nicht zu erreichen war. Und dann habe ich gedacht: Na ja, dann eben nicht. Ich habe dann erst ganz am Schluss der Sommerferien Kontakt mit der Schule aufgenommen. Die Schule bekam damals einen ziemlichen Schub von neuen Lehrkräften und von frisch gebackenen Assessoren, wie wir ja damals hießen. Wir hatten eine Direktorin, es war ja ein Mädchengymnasium, und die hat uns durch die Schule geführt. Ein Neubau muss man dazu sagen, noch nicht in allen Teilen fertig, aber ein tolles Gebäude. Und dann hat sie uns unten zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dann haben wir da gesessen, und dann habe ich sie gefragt: ‚Wann kann ich mein erstes Versetzungsgesuch stellen?‘ Da ist sie beinahe vom Stuhl gefallen. Und da bin ich aber dort hängen geblieben. Ich habe dann meine erste Frau kennengelernt, eine Sportlehrerin, die leider auch früh gestorben ist. Und über diese Sportlehrerin bin ich dann zur Leichtathletik gekommen.“

  • … „das Politbüro“ der Sportjugend

    „1979 hörte Frau Maria Jeibmann in der Sportjugend auf. Die kam ja aus der Leichtathletik und ging rüber in das Präsidium des Landessportbundes. Und dann ist man auf mich zugekommen und hat gesagt: ‚Könntest du dir vorstellen, in die Sportjugend als Vertreter der Leichtathletik zu gehen?‘ Die großen Verbände versuchten ja in diesem Ausschuss jemanden zu platzieren, um auch einen gewissen Einfluss auszuüben. Frau Jeibmann sagte: ‚Also ein-, zweimal im Monat wirst du gefordert.‘ Und dann habe ich mit meiner Frau gesprochen. Sie hat gesagt: ‚Wenn es dir Spaß macht, dann mach es.‘ Sie war ja sportaffin. Und dann habe ich ‚Ja‘ gesagt und bin dann 1979 auf dem Jugendtag in Kevelaer in diesen Ausschuss gewählt worden. Am Vorabend ist Frau Jeibmann mit mir bei den Delegierten rumgereist, sowie das damals üblich war und hat mich vorgestellt. Sie hat gesagt: ‚Hier, er kommt aus der Leichtathletik und soll mein Nachfolger werden.‘ Ich bin dann mit einem relativ guten Ergebnis in diesen Ausschuss gewählt worden und bin da eben bis 2001 drinnen geblieben.

    Da ich ja nicht aus dem wirklichen Sport kam, hatte ich erst ein bisschen Schwierigkeiten in der Sportjugend. Damals hat mich Hermann Ridder, der dann später auch Vorsitzender der Sportjugend gewesen ist, inzwischen ist er verstorben, in die Arbeitsgemeinschaft Sport-, Jugend- und Gesellschaftspolitik geholt. Er hat gesagt: ‚Das ist jemand, der sieht nicht den Ball als Erstes, der denkt auch ein bisschen darüber hinaus.‘ Und als er dann Vorsitzender der Sportjugend wurde, habe ich die AG übernommen. Wir haben damals immer scherzhaft gesagt: ‚Das ist das Politbüro der Sportjugend.‘ Das heißt, bei uns sammelte sich alles an, was in die folgenden Worte reinpasse. Also Sportpolitik, Einflussversuche um Geld zu bekommen für die Jugend und so weiter. Dann Gesellschaftspolitik und Jugendpolitik. Wir waren ja ein anerkannter Jugendverband. Also bei uns landete einiges, zum Beispiel der Umgang mit Gewalt auf dem Sportplatz. Dann, als die Sache mit der Umwelt aufkam, dann eben auch politische Statements. Wir haben uns damals mit dem damaligen Vorsitzenden des Landessportbundes Weyer angelegt, weil wir nämlich die Sache mit dem Boykott von Moskau etwas anders sahen. Das fand der gar nicht gut. Und wir haben auch im Bereich der Friedensdemonstrationen mitgewirkt.
    Wir haben dann in diesem Bereich gearbeitet, und ich habe dann auch in diversen Ausschüssen des Landessportbundes die Sportjugend vertreten, also zum Beispiel im Umweltausschuss und im Ausschuss Verein. Immer, wenn etwas kam, was auf der politischen oder sportpolitischen Ebene lag, dann wurde ich geschickt.
    Wir waren in manchen Dingen kritisch dem Landessportbund gegenüber. Und haben auch manche Dinge gemacht und gesagt, die also nicht so in die Linie hineinpassten. Aber es hat nie große Auseinandersetzung gegeben. Man hat uns nie mit Ausschluss gedroht.“

  • … Umwelt als Thema der Sportjugend

    „Auslöser war das Aufkommen der Umweltbewegung. Weil dann der Zeitpunkt kam, dass darüber gestritten wurde: Wie weit kann man zum Beispiel im Wald laufen? Wie weit geht man da an die Natur ran? Zweiter Bereich war die Frage: Wie ist es beim Wassersport, wenn man eben auf Flüssen Wassersport betreibt und nicht auf einer Regattabahn? Und dann ging es also auch um Ressourcen, die man sonst hatte. Das waren also Auslöser, die dazu führten, dass der Landessportbund eben einen Umweltausschuss ins Leben rief und dann auch die Sportjugend einen Vertreter reinschickte, wie sie das in allen Ausschüssen tat. In allen Ausschüssen des Landessportbundes saß immer ein Vertreter der Sportjugend. Und im Umweltausschuss saß ich dann drin, und wir haben uns dann damit beschäftigt und haben Papiere herausgebracht. Wir haben dafür gesorgt, dass auf der einen Seite nach wie vor durch den Wald gelaufen werden konnte. Das sind ja in der Leichtathletik, Waldlauf und Crosslauf, das sind Sachen, die man in der Natur macht und auf der anderen Seite aber doch Rücksicht genommen wird auf die Natur.“

  • … Schul- und Städtepartnerschaften in Israel

    „Die schulische Partnerschaft mit Arad ist über die Städtepartnerschaft Dinslaken-Arad entstanden. Meine alte Schule hat da immer mitgemischt. Die hatte also eine Arbeitsgemeinschaft, die sich auch mit der israelischen Geschichte und so weiter beschäftigt hatte.Auch die Sportjugend hat sehr früh einen Austausch mit Israel angestoßen. Wenn ich das richtig erinnere durch Johannes Rau.
    Wie gesagt gab es sowohl den Austausch von Sportgruppen also auch auf Vereinsebene, und wir haben dann quasi auf der höheren Ebene die Vorbereitungen jeweils getroffen. Wir sind dann einmal im Jahr in Israel gewesen und haben mit unseren israelischen Partnern die nächsten Begegnungen abgesprochen. Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber die sind ja immer vom Land Nordrhein-Westfalen gut gefördert worden.

    Wenn ich jetzt von mir ausgehe. Mir hat es für manche Dinge die Augen geöffnet. Also insbesondere der Israelaustausch. Wenn man mal da war und dann versteht man manche Reaktionen der Israelis besser. Wer mal auf den Golanhöhen war und dann runtergeschaut hat, der weiß, warum für die Israelis die Golanhöhen so wichtig sind. Und es gibt auch kritische Bemerkungen. Was uns nicht so gefallen hat, ist diese Siedlungsgeschichte. Ich bin also bei einem der Austausche in einer israelischen Familie gewesen. Die stammten aus Afrika und lebten in einer solchen Siedlung im Westjordanland. Und wir fuhren da durch, auf einmal machte der Fahrer das Handschuhfach auf und zog eine Pistole raus. Sodass die in der Zeit griffbereit war, wo wir auf dem palästinensischen Gebiet waren. Ich habe das nie so richtig für gut befunden, dass man also diese Zellen da drin hatte und finde das heute auch noch kritisch. Aber es ist meine persönliche Meinung. Ansonsten kann ich vieles verstehen, wie die Israelis reagieren in manchen Dingen.“

  • … die Genese des Themenfelds – Sport und Integration

    „Im Anfang war der Bereich der Zuwanderung und der Migration beim Landessportbund angesiedelt. Der Deutsche Sportbund, heute Deutscher Olympische Sportbund, hat 1981 ein Papier rausgegeben, an das sich auch der Landessportbund angehängt hat, mit gewissen Thesen zum Umgang mit Zuwanderern. Und daraus ist dann ein Projekt entstanden ‚Sport mit Aussiedlern‘. 1989 kam eine Vielzahl an Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Dann ist daraus geworden ‚Sport mit ausländischen Bürgerinnen und Bürgern‘. Und dann irgendwann ‚Sport mit Migranten und Migrantinnen‘. Ich habe das eben im Jahr 1997 offiziell übernommen. Ich bin also zuerst beim Landessportbund als Beauftragter gewesen und 1997 ist das Ganze dann offiziell an die Sportjugend gegangen. Und da habe ich dann diesen Bereich, weil es in diese AG Sportjugend und Gesellschaftspolitik hineinpasste, betreut. Und habe dann immer, wenn es um Fragen der Migration ging, im Landessportbund die Sache vertreten. Ich bin damals der erste ehrenamtliche Integrationsbeauftragter in der Bundesrepublik gewesen, nachher gab es noch ein paar. Aber ich war der Erste und hatte, eine gute Unterstützung durch hauptamtliche Kräfte. Wir waren also immer ein eingespieltes Team. Ich war das Aushängeschild, das auch auf die Veranstaltungen gehen musste. Aber im Hintergrund waren immer Leute, die mir zugearbeitet haben. Sonst wäre das auch gar nicht möglich gewesen.

    Ausgangspunkt ist dieses Papier des DSB 1981 gewesen, und in diesem Papier wurden zwei Dinge vertreten, nämlich einmal, dass eigenethnische Vereine nur eine Übergangslösung wären und dass die möglichst bald aufgelöst werden sollten. Und das Zweite war, dass die Zuwanderer assimiliert werden sollen. Also das waren die beiden Eckpunkte, die man also eine ganze Zeit vertreten hat. Wir haben da relativ früh schon gesagt: ‚Das funktioniert einfach nicht.‘ Und wir haben dann ja zusammen mit diversen anderen Gruppierungen aus Nordrhein-Westfalen ein Papier erarbeitet, das einen etwas anderen Ansatz hatte. Auch vor dem Hintergrund, dass das Ruhrgebiet sehr stark von Zuwanderern geprägt war.“

Integration und Sport


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Ferdinand Kösters

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Ferdinand Kösters

*1937
Referatsleiter der Abteilung Kultur und Sport im Bundesministerium des Innern

Vor seiner Tätigkeit im Bundesministerium arbeitete der talentierte Fußballer im Rahmen der Abwerbeabkommen in Spanien und Portugal. Echten „Kennern“ ist er als der Übersetzer von Pele im Sportstudio 1970 bekannt.

Kurzbiografie

  • Geboren 1937 in Bonn
  • Studium an der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung
  • 1955-1969 Div. Arbeitsämter und Deutsche Kommission in Spanien und Deutsche Verbindungsstelle in Portugal
  • 1962 Deutscher Vizemeister der Amateure mit Tura Bonn
  • 1969-2002 Bundesministerium des Innern
  • 1973-1982 und 1986-1992 Abteilung Sport und Kultur

Ferdinand Kösters über …

  • … Nachkriegszeit in Bonn und eine Torwarthose mit Geschichte

    „Wir haben mit der Kreisjugendauswahl im Oberbergischen Kreis gespielt. Da konnten wir uns zwar am Platz in einer Hütte Umkleiden, wir hatten aber kein Wasser. Und da floss ein Bach an dem Fußballplatz vorbei. Wir hatten im Matsch gespielt und haben uns dann alle im Bach gewaschen. Das waren damals die Verhältnisse, bis es dann so ab 1949/50 etwas besser wurde. Ich bin dann Torwart geworden und hatte natürlich keine Torwartkluft, eine Stepphose und Knieschoner hatte ich nicht. Da kam wie ein Geschenk des Himmels, ein Hausnachbar aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Der hatte so einen Steppanzug noch von der Gefangenschaft. Und die hatte er mir geschenkt. Was habe ich damit gemacht? Bei der Hose die Beine abgeschnitten und den Saum umgenäht – dann hatte ich meine Stepphose. Und von den Resten habe ich mir provisorisch Knieschoner gebastelt. Die brauchte man ja, weil wir auf Hartplätzen gespielt haben. Auf dem Rasenplatz braucht man ja keine Knieschoner. Und so hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt, bis man 1949/50 in einigermaßen normale Verhältnisse kam.
    Wenn wir zu Auswärtsspielen fuhren, hatten wir viele Spiele im Vorgebirge, da hatten die Bauern ihre Plätze alle oben auf dem Berg. Wenn wir von Bonn aus mit dem Fahrrad fuhren und wir kamen auf den Berg, da waren wir schon halb tot. Wenn wir mit der Vorgebirgsbahn gefahren sind, mussten wir zu Fuß den Berg hochgehen. Wir haben da meistens immer verloren, weil wir keine Kraft mehr hatten. Das waren so die schönsten Jugenderlebnisse. Im Nachhinein muss man darüber schmunzeln, aber wir haben es eigentlich auch nicht als so bitter empfunden. Wir haben aus dem, was wir hatten, das Beste gemacht.“

  • … Bonner Fußball der 50er-Jahre

    „Zunächst einmal hatten wir in Bonn eigentlich neben der Tura, den Bonner Fußballverein und mit Beuel 06 und dem Godesberger Fußballverein vier Vereine, die in der oberen Klasse spielten, sodass es auch lokale Derbys gab. Die Tura Mannschaft spielte im Poststadion. Das existiert heute nicht mehr. Da gab es auch eine 400-Meter-Radrennbahn, wo ich sehr oft Steherrennen mit Walter Lohmann und Jean Schorn aus Köln gesehen habe. Trainiert haben wir aber auf dem Köln Platz. Das ist die Stelle, wo heute der Sportpark Nord steht. Das war ein Gelände mit drei Fußballplätzen nebeneinander. Wir hatten einen Jugendleiter, das war eigentlich so der Vater der Kriegswaisen. Der hat sich ungeheuer um die Jugend gekümmert. Wir haben auch Filmabende gemacht. Wir haben gemeinsam mit den Eltern Nikolaus und Weihnachtsfeiern gemacht und haben auch versucht, auswärtige Spiele zu machen. Da war also eine Betreuung, die den Kindern fehlte, deren Väter ja im Krieg gefallen waren. Und es war auch für uns immer sehr spannend. Im Winter konnten wir draußen nicht trainieren. Es gab keine Flutlichtanlagen, wir haben dann in der Turnhalle trainiert. Für mich war das immer ein Gräuel, ich habe das nie gerne gemacht. Aber wir blieben dadurch in Bewegung. Der Bonner Fußballverein war der, wir sagten immer der Akademiker- oder Studentenverein, wo sehr viele Studenten spielten. Für uns galten die immer als etwas abgehoben. Tura galt immer als Arbeiterverein. Der Bonner Norden war ja auch entsprechend geprägt, während der Bonner Süden die etwas gehobenere Schicht beheimatete. Dann gab es Beuel 06. Sie haben schon 1946 ein Jubiläumsturnier veranstaltet. Da haben die Bonner Vereine dann alle gespielt. Das Problem war: Es gab keine Rheinbrücke, da sind also alle Zuschauer immer mit dem Bötchen, also mit der Rheinfähre zu den Spielen in der Woche nach Beuel gepilgert. Aber es kamen 5000-6000 Zuschauer. Das war damals noch eine besondere Attraktion, dass man da die Spiele sehen konnte. Nach Bad Godesberg sind wir mit der damaligen Godesberger Bahn gefahren, die gibt es heute nicht mehr, da fährt heute die U16. Und wenn wir als Spieler, als Jugendmannschaften auswärts gespielt haben, dann bekamen wir immer einen Fahrschein von den Stadtwerken mit Ermäßigung. Dann brauchten wir nicht den normalen Fahrpreis bezahlen. Einen Autobus hatte der Verein nicht. Eigene Fahrzeuge hatte auch kaum jemand. Wenn, dann war mal einen Unternehmer da, der einen Lieferwagen hatte, dann sind wir mit dem Lieferwagen irgendwohin transportiert worden.“

  • … seine Arbeit in Portugal und Spanien im Rahmen der Anwerbeabkommen

    „Es gab zwei Typen von Anwerbern. Die Älteren waren noch vom Dritten Reich geprägt und jüngere wie ich, die waren von einer anderen Sorte. Ich habe Arbeitskräfte immer aufgeklärt. Ich habe mir eine Landkarte besorgt, habe denen gezeigt, wo Deutschland liegt, wie weit das von ihrer Heimat entfernt ist, wie das Leben in Deutschland ist, wie das Klima in Deutschland ist, wo die Städte sind, was in den einzelnen Städten los ist und habe also versucht, ihnen etwas über unser Land nahe zu bringen. Und wenn die dann in irgendeine Stadt wollten, dann habe ich ihnen auch etwas Näheres über diese Stadt beigebracht. Und natürlich auch über die Arbeitsbedingungen – das war klar. Aber ich habe mich bemüht, ihnen auch etwas über unser Land zu vermitteln, damit sie wussten, wo sie hinkommen. Denn die fuhren ja erst mal weg von der Familie, getrennt in ein Land, das sie überhaupt nicht kannten, tausende von Kilometern entfernt. Und weil ich selber im Ausland war, hatte ich ja gewusst, wie man sich dann fühlt. Und habe dann versucht, ihnen das klarzumachen, wie es in unserem Lande aussieht.“

  • … Aufbruchsstimmung im Sport der 70er-Jahre

    „Damals ist mir das gar nicht so bewusst geworden: Es fing dann eigentlich über die Olympischen Spiele an. Durch Eusebio hatte ich Kontakte zur Sportschuhfirma Puma. Mit der Familie haben wir uns auch richtig angefreundet. Und über diese Freundschaft wurde ich ja dann auch an Pele vermittelt, praktisch als Dolmetscher. Der war auch dann bei Puma unter Vertrag. Dadurch kriegte ich auch einen Zugang zu den Olympischen Spielen. Ich merkte das dadurch, dass die mich immer zur Sportartikelmesse eingeladen haben. Hier in Köln war noch die ISPO und da lernte man ja auch Spitzensportler kennen. Und dann ging der Fokus auf die Olympischen Spiele in München. Das war ja damals noch was ganz Besonderes. Da waren ja alle begeistert, dass Olympische Spiele in Deutschland stattfinden und so weiter. Und die Begeisterung, die übertrug sich ja eigentlich auch auf alle. Und einige der Sportler da, die habe ich dann auch im Nachhinein noch auf der Sportartikelmesse kennengelernt. Oder wenn ich mal bei Puma war, dann liefen die einem da auch über den Weg.

    Das war so eine Aufbruchsstimmung, die ich im Innenministerium bemerkte. Genscher war damals Innenminister und der wollte den Sport nach vorne bringen, auch im Blick auf die DDR. Und der Genscher hat dann so einige Meilensteine gesetzt. Dazu gehört unter anderem die Gründung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft. Dass es heute in der Form gar nicht mehr gibt, die sitzen ja jetzt auch in Bonn im Innenministerium. Und auch die sogenannte Deutsche Sportkonferenz. Das sollte ein Gebilde sein, wo sich Sportteile sowohl vom Bund, von den Ländern und so weiter zu jährlichen Konferenzen treffen.

    Man war also im Begriff, den Spitzensport aufzubauen. Man erhöhte auch die Mittel und kleine Anekdote am Rande: Der Titel hieß damals immer ‚Förderung des Sports und der Leibesübungen‘. Und da habe ich mir gedacht, also Leibesübungen, das hört sich so nach ‚Turnvater Jahn‘ an. Und da habe ich also durchgesetzt, dass dieser Titel künftig nur noch ‚Förderung des Sports‘ hieß. Und der wurde also regelmäßig aufgestockt. Und man war bemüht, das Ganze irgendwie voranzubringen. Man hatte das Bundesinstitut gegründet. Wir fingen dann in unserem Referat damit an, in den verschiedenen Städten ein Netz von sportmedizinischen Untersuchungsstellen aufzubauen. Wo also Sportmediziner die Spitzensportler betreuen sollten und die dann vom Bund gefördert wurden. Man hat auch die Leistungszentren eingerichtet. Es schwebte uns vor, so wie in der DDR gewisse Sportzentren zu gründen. Das funktionierte bei uns aber nicht. In der DDR hat man die kaserniert. In Internaten hat man das bei uns auch versucht, man hat die Leistungszentren ja auch mit Internatsgebäuden gebaut. Das funktionierte aber nicht, weil die Leute wollten nicht aus ihrer gewohnten Umgebung raus. Und dann hat man schwerpunktmäßig Sportmediziner in Köln, Hollmann oder Keul und Klümper in Freiburg gefördert. Und erreichte aber dadurch, dass die Sportler immer wieder nur zu diesen Ärzten fahren wollten. Und dann kamen natürlich Dopinggerüchte auf, die wir nie verifizieren konnten und weil das Ganze dann doch nicht den erhofften Erfolg brachte, kam man dann auf die Idee, die sogenannten Olympiastützpunkte einzurichten. Das war wieder ein besonderes Kapitel, aber das war dann später.“

  • … Reise mit dem Sportausschuss in die ehemalige DDR

    „So richtige Vorbereitungen gab es von unserer Seite aus nicht. Wir haben mehr oder weniger abgewartet und geschaut, wie sich das Ganze entwickelt. Und dann kam ja die Vereinigung. Und dann haben wir gesagt: ‚So, jetzt müssen wir uns mal umsehen, wie das da drüben aussieht!‘ Bis dahin hatte man ja keinerlei Zugang zu den Sportstätten gehabt. Wir wussten ja nicht, wie es da aussieht. Und dann haben wir eine Arbeitsgruppe gebildet. Da war ich vom Innenministerium, dann der Professor Andresen, der war damals BHL Chef, Ebeling war für die Verbände, und Lörk hieß der glaube ich, der war für die Wissenschaft zuständig. Wir haben uns dann verabredet. Ich bin aus Bonn und die aus Frankfurt gekommen. Ich habe dann vorsorglich meine Kamera mitgenommen, um den Mitarbeitern zu zeigen, wie es da aussieht. Denn wie ich vom DSB-Präsidenten Manfred von Richthofen wusste, der hatte schon mal Sportstätten besuchen können, und er hatte also geschildert, dass die alle abrissreif seien. Ich wollte das dann dokumentieren. Wir sind dann dahingefahren und haben die einzelnen Sportstätten gesehen. Und es war tatsächlich teilweise abrissreif. Da fiel der Putz von den Wänden. Wir haben aber trotzdem festgestellt, dass die ganz raffinierte Sachen gemacht hatten.
    Wir konnten im Winter nicht trainieren, wenn draußen Schnee lag. Da hatten die Folgendes gemacht: Die hatten eine große Halle mit einer riesigen Öffnung und einer Anlaufbahn. Und dann sind die da in der Halle mit dem Speer gelaufen, bis zum Rand der Halle und haben dann den Speer rausgeschmissen. Das Gleiche haben die mit Kugelstoßen gemacht. Die hatten also Wurfhallen, die bedeckt waren und nur die Geräte, die flogen ins Ungewisse – das war ja egal. Und so haben die das gemacht. Dann mussten sie Laufhallen haben. Da gab es damals in der DDR vorgefertigte Teile für Kuhställe. Die waren 15 Meter lang. Und die hat man genommen und hat die aneinandergesetzt. Und dann hatte man einen überdachten Laufschlauch. Da hat man eine Kunststoffbahn reingelegt, dann konnte man da 100 Meter hin und her laufen. Man hat dann später einen zweiten Laufschlauch danebengesetzt, eine Kurve wie bei so einer Radrennbahn ausgebaut und dann konnten die im Kreis laufen.

    Das waren für uns alles böhmische Dörfer. Beim Schwimmen hatten sie diese Gegenstromgeräte. Da mussten die gegen den Strom anschwimmen. Das hatten die alles. In Chemnitz hatten sie im Winter eine Schwimmhalle. Im Sommer konnten sie die ganze Halle wegziehen, dann hatten sie ein Freibad. So haben die gearbeitet, sowas war für uns völlig neu. Dann hatten die in Erfurt eine Eislaufbahn und daneben diese Kühlreaktoren. Da ist mir angst und bange geworden. Die standen da so frei in der Luft. Ich dachte nur: Wenn da mal so ein Ding explodiert.

    Das waren dann auch die Sachen, die er als Erstes renoviert wurden. Da wurde ja eine riesige Summe Geld in die Renovierung der Sportanlagen investiert. Sodass damals der Engelbert Nelle, das war der CDU-Obmann gesagt hat: ‚Wir müssen Acht geben, dass wir nicht das ganze Geld in den Osten stecken, sonst haben wir in zehn Jahren mit unseren Sporthallen die gleichen Zustände. Also, dass man das ausgewogen macht. Aber man war damals sehr blind. Auf der anderen Seite hatte man von der DDR gar keine Ahnung. Ich kriegte dann den Auftrag, für den Sportausschuss einer Reise vorzubereiten, in allen fünf Bundesländern die Sportzentren zu besuchen.“

  • … Ausblick auf den Bonner Sport

    „Ich glaube, wir haben in Nordrhein-Westfalen sieben oder acht Bundesligavereine. Was den Bonner Sport betrifft: Der ist immer sehr stiefmütterlich behandelt worden. Und eigenartigerweise gibt es in Bonn kein entsprechendes Sponsoring. Es war immer das Problem in Bonn, das niemand da war, der mal gesagt hat: ‚Ich nehme jetzt mal Geld in die Hand und mache etwas für den Sport.‘ Die Telekom hatte diese Radmannschaft, die hat die aufgegeben. Jetzt haben sie die Basketballer aufgegeben. Sie stocken aber bei Bayern München den Etat auf 50 Millionen im Jahr auf – als Bonner Firma. Wir sagen, warum können die nicht mal in Bonn was für den Sport tun? Das ist das große Manko im Bonner Sport, da gibt es keine Sponsoren. Darunter leidet auch der Bonner SC, der sich in der Regionalliga bemüht, um nicht abzusteigen. Jetzt haben Sie mal die letzten zwei, drei Spiele gewonnenen und stehen über dem Strich. Aber vom Etat her sind die nicht regionalligatauglich, die haben kein Geld, das ist das Problem. Heute geht es leider nur ums Geld. Das fängt ja schon in der Kreisliga an, das wissen wir alle. Und ohne Geld gibt es keine sportlichen Erfolge. Otto Rehhagel hat mal gesagt Geld schießt keine Tore, aber mittlerweile weiß man, dass Geld doch Tore schießt.“

Sport und Sportveranstaltungen in der Nachkriegszeit

Berufsweg nach Spanien und Portugal

Arbeit im BMI: Abteilung Sport und Kultur

Begegnung mit Pele

Exponat: Eusebios Trikot


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